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EPAS 2026: Folgen für Flughäfen & Behörden

Worum es im EPAS 2026 geht

Der European Plan for Aviation Safety (EPAS) 2026 ist der aktuelle Sicherheitsfahrplan der europäischen Luftfahrtbehörde EASA. Er beschreibt, welche Themen die EASA in den kommenden Jahren schwerpunktmäßig bearbeiten will und welche Regelbereiche voraussichtlich weiterentwickelt oder neugestaltet werden. Anders als viele umfangreiche Regelwerksdokumente ist der EPAS bemerkenswert kompakt: Die einzelnen Maßnahmen, die sogenannten Rulemaking Tasks (RMTs), werden oft nur auf wenigen Absätzen skizziert. Genau diese Kürze macht das Dokument für Flughäfen und Behörden zugleich herausfordernd und wertvoll, denn öffentlich sind zu vielen Vorhaben zu diesem Zeitpunkt noch keine detaillierten Texte verfügbar. Wer den EPAS trotzdem aufmerksam liest, erkennt früh, wohin sich die Regulierung bewegt, und kann sich strategisch darauf einstellen.

EPAS ist kein Regelwerk, sondern ein Vorab-Informationssystem Am besten lässt sich der EPAS als eine Art „Neujahrsvorsatz-Liste“ der EASA verstehen. Wie bei guten Vorsätzen gilt auch hier: Nicht alles wird sofort umgesetzt, manches verschiebt sich, und einzelne Themen verändern sich im Verlauf durch neue Erkenntnisse oder Prioritäten. Dennoch lohnt es sich, diese Vorhaben zu kennen, weil sie einen realistischen Hinweis darauf geben, welche Anforderungen in einigen Jahren im europäischen Luftfahrtsystem stärker in den Fokus rücken könnten. Der EPAS löst für sich genommen noch keine unmittelbaren Pflichten aus. Rechtlich verbindlich wird es erst dann, wenn aus den angekündigten Arbeiten konkrete Vorschriften, Acceptable Means of Compliance, Guidance Material oder Certification Specifications entstehen und mit einem Gültigkeitsdatum veröffentlicht werden. Trotzdem ist der EPAS für Betreiber und Aufsichtsbehörden ein wichtiges Planungsinstrument, weil er Investitionen vorbereitbar macht und das Risiko reduziert, von Regelwerksänderungen überrascht zu werden.

Drei Themenfelder die Flughäfen und Behörden jetzt im Blick behalten sollten
Inhaltlich lassen sich drei Themenfelder erkennen, die für Flughäfen und Behörden in den nächsten Jahren besonders relevant sind. Erstens gewinnt der Schutz vor Eingriffen in den Luftverkehr weiter an Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um klassische Bedrohungen, sondern auch um moderne Störphänomene wie GNSS-Interferenzen, Fragen rund um die Koexistenz von 5G-Infrastruktur und Funknavigation oder den missbräuchlichen Einsatz von unbemannten Luftfahrtsystemen im Umfeld von Flugplätzen. Diese Entwicklungen führen dazu, dass Safety und Security in der Praxis immer häufiger gemeinsam betrachtet werden, weshalb Flughäfen diese Verzahnung in Risikobetrachtungen, Meldewegen und betrieblichen Verfahren konsequent abbilden sollten.

Zweitens rückt die Informationssicherheit stärker in den Vordergrund, weil digitalisierte Prozesse und vernetzte Systeme immer stärker Teil der sicherheitskritischen Infrastruktur werden und Cybersecurity damit zum Faktor der Flugsicherheit wird.

Drittens widmet sich der EPAS sehr ausführlich der sicheren Einbringung von Innovationen, insbesondere im Bereich unbemannter Luftfahrtsysteme und neuer Mobilitätskonzepte, was zeigt, dass hier viele Regeln erst entstehen und die Weichen gerade jetzt gestellt werden.

Was heute schon sinnvoll ist: Vorbereitung auf RMT.0751 und RMT.0161
Für die Praxis stellt sich häufig die Frage, was heute konkret zu tun ist, wenn der EPAS noch keine verbindlichen Vorgaben enthält.

Ein sinnvoller Ansatz ist die vorausschauende Vorbereitung auf besonders relevante RMTs. Dazu zählt RMT.0751, mit der die Vorgaben zu Obstacle Limitation Surfaces und zum Schutz vor weiteren Gefahren an Flugplätzen auf Basis von ICAO Annex 14 Volume I überarbeitet werden sollen. Auch wenn der genaue Regelungstext erst später konkretisiert wird, können Flugplatzbetreiber schon jetzt ihre Hindernisdaten, Bewertungs- und Meldeverfahren sowie die Zuständigkeiten und Schnittstellen zu Gemeinden und Bauämtern kritisch prüfen, um bei künftigen Änderungen nicht unter Zeitdruck zu geraten. Ebenso wichtig ist RMT.0161, dass die Zertifizierung und Deklaration sicherheitsrelevanter Ausrüstung an Flugplätzen adressiert, sodass es sich für Betreiber bereits heute lohnt, systematisch zu erfassen, welche Anlagen und Systeme als sicherheitsrelevant einzustufen sind, welche Nachweise vorliegen und wo künftig höhere Anforderungen an Konformität, Dokumentation und Lebenszyklusmanagement entstehen könnten.

Der EPAS 2026 ist damit weniger ein fertiges Regelwerk als vielmehr ein strategischer Blick nach vorn. Wer ihn als „Plan“ versteht, kann Prioritäten setzen, Ressourcen vorausschauend einteilen und Veränderungen aktiv gestalten, statt nur darauf zu reagieren. Für Flughäfen und Behörden bedeutet das im Ergebnis: weniger Überraschungen, mehr Handlungssicherheit und ein strukturierter Weg hin zu noch mehr Sicherheit im eigenen Verantwortungsbereich.

Sie möchten aus EPAS 2026 klare To-dos ableiten? AviaCert steht Ihnen jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung, um die nächsten Schritte pragmatisch zu planen.

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